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Saisonkennzeichen für Löschfahrzeug als Notlösung

Die Ortsfeuerwehr Kalefeld steht vor einer unerwarteten Herausforderung: Seit dem 1. Oktober 2024 sind nur noch Winterreifen mit dem sogenannten Alpine-Symbol zugelassen. Das Problem? Die spezielle Geländebereifung ihres Löschfahrzeugs ist nicht mit diesem Symbol verfügbar. Eine Lösung musste dringend gefunden werden, um die Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden.

Mehrere Möglichkeiten wurden geprüft, darunter der Kauf neuer, zugelassener Reifen. Doch diese Investition hätte rund 7.000 Euro gekostet – Geld, das im Haushalt der Gemeinde nicht vorhanden ist. „Diese Summe können wir momentan nicht stemmen“, erklärte Bürgermeister Jens Meyer. Eine Anfrage beim Verkehrsministerium führte ebenfalls zu keiner praktikablen Lösung. Die endgültige Stilllegung des Fahrzeugs, wie sie bereits beim Schlauchwagen des Landkreises in Bad Gandersheim erfolgte, kam für Kalefeld nicht infrage.

Nach intensiven Beratungen wurde eine pragmatische, wenn auch unkonventionelle Lösung gefunden: Das Fahrzeug bleibt auf seinen bisherigen Reifen, erhält jedoch ein Saisonkennzeichen. Von April bis Oktober ist es uneingeschränkt im Einsatz- und Übungsdienst nutzbar. In den Wintermonaten darf es nur noch im Einsatzfall mit einer maximalen Geschwindigkeit von 40 km/h zur Einsatzstelle bewegt werden. So bleibt der Brandschutz weiterhin gewährleistet.

Ortsbrandmeister Sascha Haase sieht die Lösung pragmatisch: „Natürlich ist das nicht ideal, aber da sich der Übungsdienst in den Wintermonaten ohnehin meist auf theoretische Ausbildung beschränkt, können wir damit umgehen.“

Auf einem Foto präsentieren Bürgermeister Jens Meyer und Gemeindebrandmeister Jan Bialaschewitz die neue Regelung. Die Entscheidung der Gemeinde sorgt für Diskussionen, doch angesichts der finanziellen Lage sei dies die einzig umsetzbare Lösung – zumindest bis zum 1. April nächsten Jahres, wenn dann vielleicht doch der Osterhase für neue Reifen sorgt.